Ignazio Cassis ist neuer Bundesrat der Schweiz

Der neue Bundesrat der Schweiz heisst Ignazio Cassis und kommt aus dem Kanton Tessin. Das ist keine grosse Überraschung. Während den letzten Tagen vor der Wahl hat sich die Dynamik hin zurück zum Favoriten bewegt. Die Nacht der langen Messer war denn auch gar nicht so lange und das Resultat heute Morgen schnell klar.

Nun geht es um die Verteilung der Departemente. Frei ist das Aussendepartement und dieses sollte Cassis auch übernehmen. Erinnern wir uns, warum unter anderem Didier Burkhalter zurückgetreten ist: Er strebte nach dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative ein Rahmenabkommen mit der EU an. Mit diesem Kurs ist er (leider) aufgelaufen. Es braucht nun einen Neuanfang und Cassis, der ja massgeblich mit den Stimmen der SVP gewählt wurde, ist dazu prädestiniert.

Bundestagswahlen in Deutschland: Umfragen und Prognosemodelle

Umfragen würden oft danebenliegen, schrieb die Süddeutsche Zeitung vorletzten Samstag auf der Titelseite. Das kann man so nicht sagen. Ja, Umfrageinstitute sind mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Gesetze von Statistik und Wahrscheinlichkeit wurden deswegen aber von niemandem ausser Kraft gesetzt. Das Problem liegt woanders: Selbst in politischen Kreisen wissen wenige, wie man Meinungsforschung interpretiert, beziehungsweise was Meinungsforschung kann und was nicht. Zudem führt der Kostendruck auch dazu, dass oft nicht in solide Meinungsforschung investiert wird.

Beispielsweise ist eine einzelne Umfrage nie eine Prognose, sondern immer eine Momentaufnahme. Wer sich aber für Prognosen interessiert, dem kann ich ein Projekt empfehlen, in wessen Rahmen fünf Wahlforscher der Universitäten Mannheim, Zürich und der HU Berlin ein Prognosemodell entwickelt haben. Auf ihrer Webseite www.zweitstimme.org veröffentlichen sie Prognosewerte zu den Wahlresultaten aller grösseren deutschen Parteien. Ihre Berechnungen beruhen dabei auf zwei Komponenten: auf der strukturellen Komponente und auf der Umfragekomponente. In der strukturellen Komponente berücksichtigen sie Informationen wie das Abschneiden von Parteien bei vergangenen Wahlen. Zusammen mit Umfragedaten zu der Sonntagsfrage aus mehreren unterschiedlichen Quellen berechnen sie in ihrem Modell dann Prognosen zum Abschneiden der Parteien (mit einer gewissen statistischen Unsicherheit) und aktualisieren ihre Zahlen laufend, sobald neue Umfragedaten veröffentlicht worden sind. Einige Tage vor der Wahl lautet die Prognose des Teams wie folgt: CDU 36,3%, SPD 23,0%, AfD 9,9%, Linke 9,5%, FDP 9,2%, Grüne 7,8%.


Hanspeter Kriesi gewinnt den Preis der Mattei Dogan Foundation

Herzliche Gratulation an meinen Doktorvater Prof. Hanspeter Kriesi, der den diesjährigen Preis der Mattei Dogan Foundation gewonnen hat. Die Jury schreibt in ihrem Urteil zu Recht:

In awarding this prize, we recognise his prolific and much-cited academic output, the quality of his theoretical and empirical contributions over several decades, his leadership and collaborative engagement with senior and junior scholars alike.

Wow!!! Dem kann ich aus eigener Erfahrung als ehemaliger Doktorand nur zustimmen. Sehr wohlverdient! Herzliche Gratulation und weiter so lieber Hanspeter!