Karriereplanung im National- und Ständerat

Das Ranking der eidgenössichen Parlamentarier in der letzten Ausgabe der Sonntags-Zeitung ist auch in politischen Kreisen auf grosses Interesse gestossen. Verständlicherweise stürzen sich Politikerinnen und Politiker darauf (so wie sie sich auch auf Umfragen stürzen). Während den letzten Jahren habe ich zahlreiche National- und Ständeräte als Coach begleitet und unterstützt. Dabei gilt für mich betreffend Karriereplanung folgende Leitlinie: Während der ersten Legislatur sollte ein Parlamentarier seine eigene «homebase» konsolidieren. Während der zweiten Legislatur sollte es das Ziel sein, zu einem nationalen Player zu werden.

Medien und Politiker: Welcher Typ sind Sie?

Politik findet zu einem grossen Teil in den Medien statt. Ergo wollen alle Politiker in den Medien vorkommen. So habe ich vor kurzem einen Nationalrat betreffend Medienarbeit unterstützt. Ein paar Tage später kam er im Schweizer Fernsehen. Ich sage meinen Kunden immer: Es gibt zwei Arten von Politikern, was den Umgang mit Medien angeht. Es gibt einerseits diejenigen, welche sich die Medien zu Nutzen machen. Sie bauen ein Netzwerk auf und pflegen den Umgang mit Journalisten. Sie sehen Beziehungen zu Journalisten als einen Austausch auf Augenhöhe und geprägt von gegenseitigem Nutzen und Respekt. Andererseits gibt es diejenigen Politiker, welche sich vor allem als Opfer der Medien sehen. Sie beklagen sich, dass sie zu wenig oder falsch in den Medien vorkommen. Jeder Politiker kann für sich selbst entscheiden, zu welcher Gattung er gehören will. Welcher Typ sind Sie?

Die Generation der «Slim Fit»-Politikerinnen?

In meinem vorletzten Post habe ich über die Generation der «Slim Fit»-Politiker geschrieben. Dabei handelt es sich mit Emanuel Macron, Justin Trudeau oder etwa Sebastian Kurz um junge und dynamische Politiker. Sie streben an die Macht. Eine Leserin fragte mich, warum denn alle Beispiele Männer seien. Nun, Politik ist nach wie vor ein Geschäft, bei dem man sich konstant loben und in den Vordergrund drängen muss. Das können Männer offenbar auch in der Generation der «Slim Fit»-Politiker nach wie vor besser.