Richtungsstreit in der CVP und in der SP

Sowohl in der SP wie auch in der CVP wird momentan über die politische Ausrichtung und Positionierung debattiert. Nach den letzten kantonalen Wahlen wurde in den Medien Kritik am Kurs von Gerhard Pfister laut. Und nach dem Sieg von Donald Trump debattieren die Genossen, wie sie wieder näher am Volk politisieren können. Der Schlüssel dabei ist der Folgende: Die entscheidende Frage ist nicht, ob man mehr nach links oder mehr nach rechts geht. Wahlen gewinnt, wer verschiedene Strömungen einigermassen elegant integrieren kann. Dabei darf es notabene in einer breiten Volkspartei ruhig auch zu inhaltlichen Debatten kommen. Wichtig ist aber, dass diese so gelenkt und gemanagt werden, dass sie für die Partei insgesamt positiv und gewinnbringend sind.

Bilanz und Ausblick U.S.-Wahlen 2016 am Podium von Foraus

Letzte Woche war ich an einem Podium von Foraus, einem Think-Tank im Bereich Aussenpolitik, eingeladen. Zusammen mit Prof. Dr. Rudolf Minsch (stv. Vorsitzender der Geschäftsleitung Economiesuisse und Chefökonom), Isabelle Jacobi (Redaktionsleiterin "Echo der Zeit") und Dominik Elser (Vorstandsmitglied Operation Libero) diskutierten wir die U.S.-Wahlen 2016 (siehe Bild). Nun, man muss fairerweise sagen, dass nicht alles an einer erfolgreichen Kampagne gut ist. Umgekehrt ist auch nicht alles an einer erfolglosen Kampagne schlecht. Meinen Kunden sage ich immer, dass man Kampagnen als eine Serie von strategischen Entscheiden verstehen und planen soll. So gesehen hat die Clinton-Kampagne aber sicher einen grossen, strategischen Fehlentscheid gefällt: Man hat weisse Männer ohne College-Abschluss im Wahlkampf sträflich vernachlässigt. Neuste Analysen zeigen: Je grösser der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung in einem Bundesstaat, desto grösser auch der Unterschied zwischen Umfragen und eigentlichem Wahlresultat.

Umgekehrt war die Trump-Kampagne chaotisch und vor allem auch Trump als Kandidat ein undisziplinierter Botschafter. Am Ende des Wahlkampfes fällte die Kampagne jedoch den Entscheid, alles auf die Staaten im mittleren Westen, den sogenannten Rust Belt, zu setzen. Dies ist ein massgeblicher Grund, warum Trump bald im Weissen Haus einziehen wird.

Lehren aus den U.S.-Wahlen: Warum haben die zahlreichen Kontroversen Trump nicht mehr geschadet?

Letzte Woche fand mein Seminar zu den U.S.-Wahlen statt (siehe Bild). An dieser Stelle möchte ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern herzlich danken! Am Seminar haben wir auch intensiv die Frage diskutiert, warum die diversen Kontroversen zu den Themen Steuern und Frauen Donald Trump nicht mehr geschadet haben. Ich denke, der Schlüssel dabei ist der Folgende: Die zahlreichen Skandale haben die «negative ratings» von Donald Trump zweifellos in die Höhe getrieben. So war er auch am Wahltag selber der unpopulärste Präsidentschaftskandidat aller Zeiten. Die Kontroversen haben Trump schlussendlich aber nicht das Genick gebrochen, weil sie keinen direkten Wiederspruch zu seiner eigentlichen Botschaft darstellten. Sie haben ihn zwar von seiner «Message» abgelenkt, standen aber nicht in direktem Wiederspruch dazu. An der ersten parteiinternen Debatte vor mehr als einem Jahr hatte Trump bereits gesagt, dass er sich um politische Korrektheit foutiert.


In diesem Sinn ist eine Zahl der sogenannten «exit polls», den Umfragen also, welche am Wahltag selber durchgeführt wurden, äusserst aufschlussreich: 18% der Wählerinnen und Wähler hatten eine negative Meinung von beiden Kandidaten. Innerhalb dieser Gruppe erzielte Trump 49% der Stimmen, Clinton gerade mal 29%. Bei der Auswahl zwischen dem bekannten Übel, und dem Übel, welches einen Kurswechsel verspricht, haben also genügend Amerikaner (in den entscheidenden Staaten) für einen Wechsel gestimmt. Das ist das ganze Rennen in einem Satz zusammen gefasst.

Meine ausführliche Analyse zu den U.S.-Wahlen für DeFacto finden Sie hier: www.defacto.expert/USWahlen