Fake-News à la Donald Trump nun auch in der Berner Lokalpolitik?

Im Kanton Bern wird am 4. März nicht nur über die eidgenössischen Vorlagen, sondern auch über eine Tramlinie von Bern nach Ostermundigen abgestimmt. Das Referendumskomitee gegen die Tramlinie schreibt nun in einem Inserat, 80% der Stadtberner hätten sich in der städtischen Abstimmung nicht für das Projekt erwärmen können. Allerdings wurde das Projekt letzten November in der Stadt Bern mit 62% angenommen. Auf die 80% kommt man also nur, wenn man die Abstinenten grossmehrheitlich als Gegner zählt. Das ist zumindest irreführend, denn Abstinenz könnte man genauso gut auch als implizite Zustimmung interpretieren. Wie ich heute in einem Artikel in der Zeitung der Bund argumentiere, funktionieren solche Taktiken heutzutage aber weniger gut als früher. Der News-Zyklus ist heute so schnell; solche Manöver werden auf Social Media sofort an den Pranger gestellt. Sicher soll man bei Abstimmungs- und Wahlkämpfen zuspitzen und vereinfachen. Meine Erfahrung aber zeigt: Je ehrlicher man dabei die Unterschiede herausarbeitet, desto effizienter ist eine Kampagne.