Die Generation der «Slim Fit»-Politikerinnen?

In meinem vorletzten Post habe ich über die Generation der «Slim Fit»-Politiker geschrieben. Dabei handelt es sich mit Emanuel Macron, Justin Trudeau oder etwa Sebastian Kurz um junge und dynamische Politiker. Sie streben an die Macht. Eine Leserin fragte mich, warum denn alle Beispiele Männer seien. Nun, Politik ist nach wie vor ein Geschäft, bei dem man sich konstant loben und in den Vordergrund drängen muss. Das können Männer offenbar auch in der Generation der «Slim Fit»-Politiker nach wie vor besser.

Rücktritt von Bundesrat Didier Burkhalter: Das Kandidatenkarrussell für seine Nachfolge

Der Rücktritt von Bundesrat Didier Burkhalter war heute in Bundesbern das grosse Thema und kam für viele überraschend. Komplett aus dem heiteren Himmel geschah er aber nicht. Der Bundesrat hatte sich im Europadossier etwas isoliert und hatte ganz offenbar keine Lust mehr. Notabene während den letzten Wochen kam es auch zu auffällig vielen negativen Artikeln über Burkhalter in den Medien.

Unmittelbar beginnt sich das Kandidatenkarussell für seine Nachfolge zu drehen. Ein Name, der in den Wandelhallen in Bern heute häufig zu hören war, ist Ignazio Cassis (siehe Bild). In der Tat wäre das Timing ideal. Das Tessin ist seit langem nicht mehr in der Regierung vertreten und da die Westschweiz momentan mit drei Magistraten im Bundesrat vertreten ist, muss Burkhalter auch nicht zwingend mit einem Romand ersetzt werden. Traditionell gilt: Je geeinter das Tessin auftritt, desto höher sind die Chancen des Südkantons. Ambitionen hegen sicher aber auch noch andere. So sagt ein altes Bonmot: Wenn ein National- oder Ständerat am Morgen beim Rasieren in den Spiegel schaut, dann sieht er einen Bundesrat!

Ignazio Cassis, FDP, TI

Die Generation der «Slim Fit»-Politiker

Am External Asset Management Day der Credit Suisse waren auch die «Slim Fit»-Politiker ein Thema. Darunter verstehen wir die Generation von jungen, dynamischen und ambitionierten Politikern. In der Tat gibt es momentan einige davon: Der französische Präsident, Emmanuel Macron (39), der kanadische Premierminister, Justin Trudeau (45) und der ehemalige italienische Premierminister, Matteo Renzi (42). In Oesterreich hat der 30-jährige Sebastian Kurz kürzlich das Parteipräsidium der OEVP übernommen. Erfahrung ist für die Wählerinnen und Wähler sicher nach wie vor wichtig, als Kriterium aber nicht mehr so dominant wie früher. Ein Kandidat muss diesbezüglich eine gewisse Hürde nehmen. Er muss das Stimmvolk überzeugen, dass er fähig ist, das Amt auszuführen. Wenn diese Hürde einmal genommen ist, kann ein verhältnismässig junges Alter unter Umständen sogar ein Vorteil sein. Heutzutage ändert sich alles so schnell, dass einem jüngeren Politiker vielleicht eher zugetraut wird, die Herausforderungen meistern zu können.

Mehr dazu im Beitrag in der TV-Sendung 10vor10: www.srf.ch/sendungen/10vor10/slimfit



Donald Trump: Die Frage nach dem Impeachment?

Letzte Woche hielt ich einen Vortrag bei dem von der Credit Suisse organisierten External Asset Management Day EAM. Dabei ging es natürlich um Donald Trump und die Frage eines möglichen Impeachments. Nun, grundsätzlich kann ein amerikanischer Präsident des Amtes enthoben werden, wenn er sich des Hochverrates, Bestechung oder anderer schwerer Verbrechen schuldig macht. Es ist also nicht so wie in parlamentarischen Systemen, wo das Parlament die Regierung stürzen kann, weil man politisch nicht mehr gleicher Meinung ist. Ein Amtsenthebungsverfahren beginnt in den USA im Abgeordnetenhaus, in welchem mit einfacher Mehrheit abgestimmt wird. Dann ginge das Verfahren in den Senat, welcher eine Amtsenthebung mit einer Zweidrittelmehrheit beschliessen müsste.

Louis Perron referiert an dem von der Credit Suisse organisierten External Asset Management Day 2017

Wie stehen die Chancen auf ein Impeachment in den USA? Momentan halten die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern des Parlamentes. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten: Die erste Möglichkeit besteht darin, dass republikanische Abgeordnete und Senatoren Trump fallen lassen. Im Moment deutet wenig darauf hin. Dies würde sich wohl erst dann ändern, wenn die Zustimmungswerte von Donald Trump dramatisch absackten und die Parlamentarier ihre eigene Haut retten müssten. Die zweite Möglichkeit bieten die sogenannten «mid-term elections» nächstes Jahr. Immer zur Halbzeit der Amtsperiode wird ein Drittel des Senats und das komplette Abgeordnetenhaus gewählt. Falls die Demokraten die Mehrheit erobern würden, könnten sie vorwärts machen betreffend Amtsenthebung. Doch das ist alles andere als sicher.