Albert Rösti: Kritik teilweise übertrieben

Albert Rösti musste letzte Woche viel Kritik einstecken. Teilweise war dies meiner Meinung nach zu Unrecht, denn handwerkliche Fehler sehe ich bei Rösti eigentlich nicht. Rösti hatte die Führung der SVP zu einem Zeitpunkt übernommen, als die Partei auf einem historischen Höhepunkt war. Das ist eine undankbare Ausgangslage.

Über den strategischen Entscheid, gegen die Energiestrategie 2050 das Referendum zu ergreifen, kann man sich im Nachhinein streiten. 41.8% Nein ist für die SVP sicher kein Erfolg wie ihn die Grünen letztes Jahr bei der Abstimmung über ihre Atomausstiegs-Initiative errungen haben. Es ist aber auch keine Kanterniederlage, wie die Grünliberalen mit der Initiative zur Abschaffung der Mehrwertsteuer erleiden mussten.

Albert Rösti: Präsident SVP.

Was sich die SVP allerdings vorwerfen lassen muss, ist die Tatsache, dass sie als grösste Partei des Landes politisch wenig erreicht. Sie setzt fast ausschliesslich auf die Maximierung des Wähleranteils. Mehr Stimmen und Sitze sind für eine Partei sicher wünschenswert. Im schweizerischen System genügt das alleine aber nicht. Wer politisch etwas durchsetzen will, braucht auch Kompromissfähigkeit, Verhandlungsstärke und Verlässlichkeit. Dort hapert es bei der SVP leider häufig.