Lehren aus den U.S.-Wahlen: Warum haben die zahlreichen Kontroversen Trump nicht mehr geschadet?

Letzte Woche fand mein Seminar zu den U.S.-Wahlen statt (siehe Bild). An dieser Stelle möchte ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern herzlich danken! Am Seminar haben wir auch intensiv die Frage diskutiert, warum die diversen Kontroversen zu den Themen Steuern und Frauen Donald Trump nicht mehr geschadet haben. Ich denke, der Schlüssel dabei ist der Folgende: Die zahlreichen Skandale haben die «negative ratings» von Donald Trump zweifellos in die Höhe getrieben. So war er auch am Wahltag selber der unpopulärste Präsidentschaftskandidat aller Zeiten. Die Kontroversen haben Trump schlussendlich aber nicht das Genick gebrochen, weil sie keinen direkten Wiederspruch zu seiner eigentlichen Botschaft darstellten. Sie haben ihn zwar von seiner «Message» abgelenkt, standen aber nicht in direktem Wiederspruch dazu. An der ersten parteiinternen Debatte vor mehr als einem Jahr hatte Trump bereits gesagt, dass er sich um politische Korrektheit foutiert.


In diesem Sinn ist eine Zahl der sogenannten «exit polls», den Umfragen also, welche am Wahltag selber durchgeführt wurden, äusserst aufschlussreich: 18% der Wählerinnen und Wähler hatten eine negative Meinung von beiden Kandidaten. Innerhalb dieser Gruppe erzielte Trump 49% der Stimmen, Clinton gerade mal 29%. Bei der Auswahl zwischen dem bekannten Übel, und dem Übel, welches einen Kurswechsel verspricht, haben also genügend Amerikaner (in den entscheidenden Staaten) für einen Wechsel gestimmt. Das ist das ganze Rennen in einem Satz zusammen gefasst.

Meine ausführliche Analyse zu den U.S.-Wahlen für DeFacto finden Sie hier: www.defacto.expert/USWahlen