Debatten im U.S.-Wahlkampf: Hillary Clinton als grosse Gewinnerin

Die drei Debatten im U.S.-Präsidentschaftswahlkampf sind vorbei. Mit etwas Distanz erscheint Hillary Clinton als grosse Gewinnerin. Vor der ersten Debatte war Clinton angeschlagen und lag mit Trump in den Umfragen gleich auf. Nun ist sie die klare Favoritin im Schlussspurt. Sogennante «instant polls», Umfragen also, welche direkt nach den Debatten erhoben werden, sind immer mit noch mehr Vorsicht zu geniessen als gewöhnliche Umfragen. Trotzdem ist ein historischer Vergleich von Blogger Nate Silver äusserst interessant. Er zeigt auf, dass Clinton gemäss den Umfragen von CNN und USA Today/Gallup in allen drei Debatten als Siegerin gesehen wurde. Die erste Debatte gewann sie mit einem Vorsprung auf Trump von 35%, die zweite mit 23% und die dritte mit 13%. Dies ergibt einen kombinierten Vorsprung von 71%, was im historischen Kontext die Bestleistung darstellt. So ist es mehr als der kombinierte Vorsprung von Obama auf McCain 2008 (+64%), von Bill Clinton auf George H. W. Bush 1992 (+56%), und John Kerry auf George W. Bush 2004 (+31%). Wie das letzte Beispiel aus dem Jahr 2004 allerdings zeigt, können Wählerinnen und Wähler durchaus in einer Umfrage sagen, der eine Kandidat hätte gewonnen und dann trotzdem für den anderen wählen. Es ist bei Wahlen also wie beim Sport. Es ist nicht vorbei bis zum Abpfiff. Trotzdem steigt Hillary Clinton als klare Favoritin in die letzten 17 Tage des Wahlkampfes.

Am Tag nach der letzten Debatte war ich zu Gast bei Susanne Brunner im Tagesgespräch auf Radio SRF 1 (siehe Bild). Dabei ging es neben der Aktualität des U.S.-Wahlkampfes auch um die Politikberatung als Geschäft: www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/



Wie erwähnt führe ich am 14. November, dem Montag nach den Wahlen, ein Seminar zu den Lehren aus dem U.S.-Wahlkampf durch. Hier finden Sie mehr Informationen und können sich anmelden: www.perroncampaigns.com/seminar

Mehr zum U.S.-Wahlkampf gibts auch auf meinem englischsprachigen Blog: www.campaignanalysis.com