Das Medienphänomen Donald Trump

Letzten Dienstag hielt ich bei der Zürcher Public Relations Gesellschaft ein Referat zum Medienphänomen Donald Trump (siehe Bild). Im Kampagnenjargon unterscheiden wir generell zwischen «paid media» und «earned media». Unter «paid media» versteht man grundsätzlich Werbung. Man bezahlt also für Werbezeit oder Platz und kann dann kommunizieren, was man will. Unter «earned media» versteht man allgemein der redaktionelle Teil. Als Kampagne versucht man hier also, im redaktionellen Teil der Medien erwähnt zu werden.



Donald Trump hat in seiner Präsidentschaftskampagne fast gänzlich auf «earned media» gesetzt (er soll nicht an die Effizienz von Fernsehwerbung glauben). Dies mit einigem Erfolg: Gemäss der Zeitschrift The Atlantic wurde Donald Trump während den ersten 100 Tagen nach Ankündigung seiner Kandidatur ganze 326'145 Mal im Fernsehen erwähnt. Mitte März, gegen Ende der Vorwahl-Saison, wurde Trump’s Sendezeit im Fernsehen in Werbezeit umgerechnet auf rund 2 Milliarden Dollar geschätzt. Und von Juli 2015 bis August 2016 wurden in den führenden Zeitungen und Magazinen knapp 30'000 Geschichten über Donald Trump publiziert. Dank seinen Provokationen und Tabubrüchen hatte Trump also ganz klar die Aufmerksamkeit der Medien. In diesem Zusammenhang ist auch ab und zu vom Teflon-Trump die Rede, dass also aller Negativmeldungen zum Trotz nichts an ihm hängen bleibt. Na ja, die Umfragen sprechen eine andere Sprache. Donald Trump ist der unbeliebteste Präsidentschaftskandidat aller Zeiten. Gemäss dem Durchschnitt aller publizierten Umfragen der Webseite realclearpolitics.com haben fast 58% der Amerikanerinnen und Amerikaner mittlerweile eine negative Meinung über Donald Trump.