Ein guter Wahlkampf-Slogan

Viele Wahlkämpfer verstehen den Zweck und strategischen Sinn eines guten Slogans nicht. Ein Slogan ist kein Wortspiel; er muss auch nicht witzig sein. Das Witze Reissen überlassen wir besser den Komikern. Ein guter Wahlkampf-Slogan soll die zentrale Wahlkampf-Botschaft in einprägsamer Weise zusammenzufassen und auf den Punkt bringen. Kurz und knackig, aber nicht inhaltsleer.

Wahlkämpfe in Gemeinden und kleinen Kantonen

Bei Wahlen für kommunale Parlamente und Regierungen, sowie bei Wahlkämpfen für kantonale Parlamente in kleineren Kantonen gilt eine einfache Grundregel: je weniger ein Wahlkampf nach «offiziellem» Wahlkampf aussieht, desto effizienter ist eine Kampagne. Das heisst natürlich nicht, dass man als Kandidat nichts machen kann. Dabei sind aber Präsenz, Vernetzung und der persönliche Kontakt viel wichtiger als eine Materialschlacht. Wichtig ist vor allem auch, dass man nicht allzu ambitioniert und eifrig rüberkommt. Die Schweiz ist nicht die USA: man zeigt Ambitionen nicht so offen – und in der Politik schon gar nicht.

Die Bedeutung der Zivilgesellschaft bei Abstimmungskämpfen

Seit der Abstimmung von Anfang Jahr über die Durchsetzungs-Initiative wird viel vom Einfluss der Zivilgesellschaft bei politischen Kampagnen gesprochen. Einige Beobachter sehen in ihr den entscheidenden Faktor, welcher zum klaren Nein zur Durchsetzungs-Initiative geführt hat. Andere Analysen kommen zum Schluss, dass der Einfluss begrenzt war. Persönlich denke ich, dass sich die beiden Positionen gar nicht unbedingt widersprechen. Einen Teil des Einflusses war wahrscheinlich indirekt, indem die Zivilgesellschaft (notabene die Operation Libero) einen Einfluss auf die bei Abstimmungen alles entscheidende bürgerliche Mitte hatte.

Wie geht es nun weiter? Sicher darf man nicht davon ausgehen, dass die Zivilgesellschaft quasi automatisch wach und aktiv bleibt. Wenn vom modernen Stimmbürger gesprochen wird, braucht man in der Politikwissenschaft gerne den Vergleich zwischen der Polizeipatrouille und dem Feuerwehralarm. Die Polizeipatrouille tourt regelmässig durchs Quartier und kontrolliert, ob allenfalls eingegriffen werden muss. Die Feuerwehr rückt nur dann aus, wenn der Feueralarm losgeht. Letzteres trifft auf das Gros der Stimmbürger zu. Sie interessieren sich grundsätzlich mässig für Politik, können aber aktiv werden und sogar eine beachtliche Schlagkraft entwickeln, wenn ein Akteur (Person, Thema) sie mobilisiert.

U.S. Präsidentschaftswahl: Referendum über Donald Trump

Sowohl Donald Trump wie auch Hillary Clinton sind mehrheitlich unbeliebt beim amerikanischen Wahlvolk. Für viele Wählerinnen und Wähler wird es deshalb auf eine Wahl des kleineren Übels herauslaufen. Das heisst: je mehr der Wahlkampf in der öffentlichen Auseinandersetzung ein Referendum über Donald Trump wird (und die Frage, ob er Präsident der USA werden soll), desto besser für Hillary Clinton. Genau so hat sich die Medienberichterstattung der letzten Tage entwickelt. Deshalb liegt Hillary Clinton in den Umfragen nun (um bis zu 10%) vorne. Falls sich die Dynamik der öffentlichen Debatte aber ändert, wenn etwa ein neuer Skandal der Clintons enthüllt werden sollte, kann sich dies auch sehr schnell wieder ändern. Mehr dazu in meinem Gastbeitrag in der Schweiz am Sonntag: www.schweizamsonntag.ch/USWahlkampf

Wer mehr über den Wahlkampf in den USA lesen möchte, kann dies auf meinem englischsprachigen Blog tun: www.campaignanalysis.com

Wahlkampf Regierungsrat Kanton Aargau: jeder gegen jeden

Mit dem Rücktritt von Susanne Hochueli (Grüne) hat sich die Ausgangslage für die Regierungsratswahlen im Kanton Aargau schlagartig verändert: es gibt einen Sitz zu verteilen. Indem die Grünen einen Mann nominierten, gaben sie der SP einen Steilpass. Viele rot-grüne Wählerinnen und Wähler möchten im Jahr 2016 wohl kaum einen ausschliesslich männlichen Regierungsrat. Die SP tritt nun mit der bekannten, aber klar links politisierenden Nationalrätin Yvonne Feri an. Die Kandidatur erinnert spontan an diejenige von Jacqueline Fehr letztes Jahr im Kanton Zürich. Auch sie war bekannt, politisiert aber klar links. Doch auch die SVP, die GLP und die BDP erheben Anspruch auf den freien Sitz. Mehr dazu in einem Beitrag auf Tele M1: www.telem1.ch/WahlenAG

Weisse männliche Wähler: Problem für Hillary Clinton

Donald Trump geniesst am meisten Unterstützung unter weissen Männern, insbesondere unter weissen Männern ohne College-Abschluss und mit tieferem Einkommen. Dies ist eine Herausforderung für Hillary Clinton. Sie muss in dieser Gruppe nicht eine Mehrheit gewinnen. Der letzte demokratische Präsidentschaftskandidat, welcher eine Mehrheit der weissen Wähler gewonnen hatte, war LBJ im Jahr 1964. Aber, sie darf in deren Wählergunst nicht zu tief sinken. Als Faustregel gilt, dass sie mindestens 38% der weissen Wähler gewinnen solle. Mehr dazu in meinem Interview in der Sendung 10vor10 im Schweizer Fernsehen: www.srf.ch/sendungen/10vor10/Clinton