Wahlkampf USA: Die Wahl eines geeigneten Vizepräsidentschaftskandidaten

Demnächst nominieren Donald Trump und Hillary Clinton ihre beiden Vizepräsidentschaftskandidaten. Dieser Entscheid ist enorm wichtig, denn es ist der einzige Entscheid, welcher ein Präsidentschaftskandidat nach der Wahl nicht ändern kann. In der Tat: Von allen Wahlkampfversprechen kann sich ein gewählter Präsident einmal im Weissen Haus angekommen mehr oder weniger schnell distanzieren. Die Nomination des Vizepräsidenten hingegen ist verbindlich.

Die Rolle der Vizepräsidenten hängt stark davon ab, welche Rolle der Präsident seinem running mate geben will. Joe Biden, Dick Cheney und Al Gore sind alles Beispiele von Vizepräsidenten, welche hinter den Kulissen eine wichtige Rolle gespielt haben.

Was den Wahlkampf angeht, muss sich ein Präsidentschaftskandidat fragen, was er oder sie mit der Nomination des Vizepräsidenten strategisch erreichen will. Donald Trump hat den Selektionsprozess verhältnismässig öffentlich geführt. Er bräuchte wohl jemand, der vertrauensbildend wirkt und das Ticket ausgleicht, also zum Beispiel ein guter Kenner des politischen Betriebes in Washington D.C. Bei Hillary Clinton ist die richtige Wahl weniger offensichtlich. Mutig wäre, jemanden zu wählen, die die eigene Message unterstreicht – eine zweite Frau eben.