Rhetorische Fehltritte: der Auftritt von Sibel Arslan im Nationalrat

Die Basler Nationalrätin Sibel Arslan hatte am 1. März 2016 ihren ersten Auftritt im Nationalrat. Dieser ist offensichtlich etwas misslungen. Arslan sagte zu Anfang, dass sie auch im Namen der Zivilgesellschaft spreche. Als sie dann gefragt wurde, ob sie den Begriff Zivilgesellschaft definieren könne, kam sie ins Stottern. Der Misstritt wurde online mehrere tausend Mal angeschaut.




Arslan war offensichtlich bereits während ihrer Rede nervös. Allerdings können solche Malheurs auch erfahrenen Politikern passieren. Man erinnere sich etwa an den Lachanfall von Hans-Rudolf Merz, die berühmte Transrapid-Rede von Edmund Stoiber oder gerade kürzlich die Rede von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann. Es wird sich aber nicht auf ihre Karriere auswirken, da es ja nichts mit dem Inhalt und ihrer politischen Arbeit zu tun hat. Das Beste ist deshalb in solchen Situationen: das Gelächter muss man während ein paar Tagen aushalten, dann abbuchen unter "shit happens" und Schwamm drüber.

Allerdings scheint mir die Frage legitim, ob man einen Mann mit innerschweizer Wurzeln, der seit zwanzig Jahren im Parlament sitzt, auch gefragt hätte, ob er ein Wort aus seiner Rede «definieren könne». Wahrscheinlich nicht.