Die Zukunft der BDP und der neuen Mitte

Der Solothurner CVP-Nationalrat Müller-Altermatt propagierte in der Schweiz am Sonntag eine neue, grosse Mittepartei mit dem Namen „die Moderaten“. Diese soll durch eine Fusion von CVP, glp und BDP entstehen. Wenn wir in Italien oder Frankreich wären, würde man es genauso machen: eine neue Partei aus dem Hut zaubern und möglichst schnell wieder versuchen, Wahlen zu gewinnen und Macht zu erobern. Die Schweiz funktioniert bekanntlich anders und vor allem auch langsamer. Trotzdem ist die Idee bestechlich.

Die glp hat einen klaren Brand. Die CVP hat nach wie vor eine starke, historische Verwurzelung in den Stammlanden. Das hat sie auch dieses Wahlwochenende im Wallis wieder unter Beweis gestellt. Für mich ist deshalb klar, dass die BDP am meisten unter Druck steht, auch wenn der Rücktritt von Eveline Widmer-Schlumpf von der Partei als Chance dargestellt wird. Wenn man mit Vertretern der BDP spricht, dann wird klar, dass der Graben zwischen BDP und SVP tiefer ist denn je. Eine Wiedervereinigung steht auch in der Ära nach Widmer-Schlumpf ausser Frage. Diese Legislatur dürfte also spannend werden und aufzeigen, wohin der Weg geht für die BDP und die neue Mitte. Wir befinden uns in einer Übergangsphase. Denn für mich ist klar, dass mittelfristig nicht fünf Parteien in der Mitte überleben und prosperieren werden. Dazu ist unser Parteiensystem zu stabil und zu integrativ.