Wahlkampf 2015: alles nur Show?

Der Wahlkampf 2015 neigt sich dem Ende entgegen. Letzte Woche war ich in der Fernsehsendung Club auf SRF 1 eingeladen. Zusammen mit Sonja A. Buholzer, Filippo Leutengger, Michael Hermann, David Schärer von der Werbeagentur Rod und Alexandra Molinaro von „easyvote“ haben wir über die letzten Wochen und Monate reflektiert.



Klamauk und Show waren dabei sicher präsent. Trotzdem bin ich – entgegen vielen anderen Beobachtern – aber der Meinung, dass auch über Themen diskutiert wurde. Blutleere Wahlkämpfe sind natürlich etwas das Schicksal der Schweiz. Die direkte Demokratie und das Prinzip der Konkordanz (sprich Machtteilung) nehmen den Wahlen den Wind aus den Segeln. Bis Mitte 1990er Jahre waren Wahlkämpfe in der Schweiz ergo eine nette Sache, wo sich nie viel verändert hat. Im Vergleich dazu leben wir heute in einer Periode mit intensiveren Wahlkämpfen und heftigeren Debatten. Auch der Link zwischen Parlaments- und Bundesratswahlen ist heute viel direkter als noch vor fünfzehn Jahren.

Der Link zur besagten Ausgabe des Clubs finden sie hier:
www.srf.ch/sendungen/club/showtime-in-bern

In der heutigen Ausgabe des Blicks nehme ich ausführlich zum Wahlkampf 2015 Stellung:
www.blick.ch/news/politik/polit-berater-louis-perron-39-ueber-das-zittern-der-promis-diese-wahlen-haben-viel-mehr-einfluss-als-fruehere-id4267454.html

Am Wahltag bin ich übrigens auf Radio 24 zu hören und auf Blick online zu sehen. Luzern ist traditionellerweise immer ein Kanton, in welchem früh ausgezählt wird. Achten sie darauf, ob die SVP dort den dritten Sitz zurückgewinnt oder nicht. Dies dürfte ein früher Indikator dafür sein, ob der prognostizierte Rechtsrutsch eintrifft oder nicht.

Social Media im Wahlkampf

Die Bedeutung von Social Media im Wahlkampf wird überschätzt. Als eigentlicher Lautsprecher einer Kampagne ist Social Media schlicht zu schwach. Die traditionellen Medien und insbesondere das Fernsehen sind nach wie vor klar dominierend.

Für den Personenwahlkampf innerhalb einer Liste kann Social Media hingegen eine Rolle spielen. Denn Social Media erlaubt es, ungefiltert und wiederholt mit seinen eigenen Unterstützern zu kommunizieren. Man muss es aber selber und über eine längere Zeit aufbauen und bewirtschaften. Die jüngere Generation im Parlament zeigt wie’s geht.

Mehr dazu in einem Video, welches von Keystone produziert und auf der Webseite der Neuen Luzerner Zeitung publiziert wurde:

www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/video/news/sts615,6204

Oder in einem Beitrag für DeFacto, einer brandneuen Plattform für politikwissenschaftliche Publikationen:

www.defacto.expert/2015/10/06/social-media-wird-ueberschaetzt/