Auswirkungen der Asyldebatte auf den Wahlkampf

Der Wind in der Asyldebatte hat gedreht – und das innerhalb erstaunlich kurzer Zeit. Vor wenigen Wochen war noch die Rede vom „Asylchaos“, jetzt prägen Stichwörter wie Solidarität und freiwillige Helfer die Schlagzeilen. Wem nützt und wem schadet dieser Stimmungswechsel im Wahlkampf?

Nur wenige Leute wechseln während einem Wahlkampf normalerweise die Meinung. Effekte entstehen meistens durch Mobilisierung beziehungsweise Demobilisierung. So gesehen denke ich nicht, dass einwanderungskritische Wählerinnen und Wähler, das klassische Potential der SVP also, die Meinung geändert haben. Die andere Seite meldet sich jetzt einfach mehr zu Wort.

Das Lehrbuch des Politmarketing sagt, dass eine Partei im Wahlkampf eine klare Botschaft haben muss. Diese Message sollte mit der politischen Nachfrage abgestimmt sein und insbesondere bei der eigenen Zielgruppe gut ankommen. Dann braucht es ein Drehbuch, um diese Botschaft medial zu platzieren. Die SVP hat genau das während der letzten zwölf Monate getan. Der Umschwung des öffentlichen und medialen Diskurses kommt vom Timing her gesehen für die SVP sicher sehr ungünstig. Der lehrbuchmässige Wahlkampf ist etwas gestört. Der Schaden wird sich allerdings meiner Einschätzung nach in Grenzen halten. Denn die SVP ist nach wie vor medial präsent und deckt im Asylbereich ein klares Marktsegment ab.

Wie sieht es für die anderen Parteien aus? Mehr zu diesem Thema gibt es in meinem Interview auf Watson: www.watson.ch/Interview