Ständeratswahlen Kanton Zürich: der grosse Showdown

Die SP steigt wie erwartet mit Daniel Jositsch ins Rennen um den Ständerat. Bei zwei offenen Sitzen und mehreren nationalen Schwergewichten kommt es also im Kanton Zürich zum grossen Kampf.

Generell sagt man, dass Ständeratswahlen Personenwahlen sind. Das stimmt grundsätzlich, aber die Koordination und Absprachen unter den Parteien und den Blöcken sind ebenso wichtig. So gesehen ist aus heutiger Sicht das Rennen offen.

Ruedi Noser ist ein profilierter Politiker und sicher der Favorit im Rennen um die Nachfolge von Felix Gutzwiller. Ob er aber den Sprung bereits im ersten Wahlgang schafft wie sein Vorgänger vor acht Jahren, ist ungewiss. Im Kielwasser des ersten Wahlganges kann es dann im zweiten Wahlgang zu Überraschungen kommen. Auch das haben wir vor acht Jahren in Zürich erlebt.

 Daniel Jositsch ist ein bekannter und gemässigter Sozialdemokrat. Er passt vom Profil her zu seinen
Parteikollegen im Stöckli: Pascale Bruderer aus dem Aargau, Hans Stöckli aus Bern und Anita Fetz aus Basel. Er ist sicher die beste Chance für die SP seit Jahren, in Zürich den Sprung in den Ständerat zu schaffen.

Martin Bäumle ist ebenfalls ein politisches Schwergewicht mit nationaler Ausstrahlung und Bekanntheit. Er ist das beste Ross im GLP-Stall. Allerdings ist er etwas zu stark mit der Partei identifiziert. Es fehlt ihm der überparteiliche Appeal seiner Parteikollegin Verena Diener.

Hans-Ueli Vogt hat zwar mit der SVP die grösste Hausmacht im Kanton Zürich. Trotzdem denke ich aus heutiger Sicht, dass er es schwer haben wird. Dazu ist er zu unbekannt und politisiert zu stark am rechten Rand seiner Partei.