Die Bienenkönigin: Wahlkampagne 2015 der BDP

Die BDP hat ihre Kampagne enthüllt und vorgestellt. Sie zieht mit drei Themen (Frauenpower, Energiewende, Bilaterale) und einer Biene als Maskottchen in die Wahlen 2015. Eine Biene als Sujet ist für einen Wahlkampf auf den ersten Blick eher ungewöhnlich und weniger drollig als etwa ein Zottel, welchen wir von der SVP her kennen. Eine Biene ist auch nicht unbedingt ein spontaner Sympathieträger. Trotzdem finde ich es eigentlich eine gute Wahl. Eine Biene stehe gemäss BDP für Fleiss,  Ausdauer, Gemeinschaftssinn und kann aber auch mal zustechen. All diese Attribute treffen ja ganz gut auch auf die BDP Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf zu.

Eveline Widmer-Schlumpf ist für den Erfolg der BDP absolut zentral. Kurzfristig kann die Partei daran nichts ändern. Langfristig kann und soll eine Partei Schwächen neutralisieren, Chancen ausloten und neue Potentiale aufbauen. Kurzfristig – wie eben beispielsweise in einem Wahlkampf - aber muss man auf die Stärken setzen. Das ist für die BDP ihre Bundesrätin. Andererseits ist aber eine Kopie der SVP Kampagne „SVP wählen – Blocher stärken“ sowohl aus Sicht von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wie auch aus Sicht der Partei undenkbar. Die Bienenkönigin ist deshalb ein Mittelweg, den ich ganz elegant finde.

Nun zu den Themen. Ich finde die Themenwahl ganz gelungen. Einerseits weil die BDP diese schon länger bearbeitet. Sie fallen also nicht aus dem heiteren Himmel. So war die BDP gleich nach dem Unglück in Fukushima für die Energiewende. Auch Frauenpower kann die Partei mit Eveline Widmer-Schlumpf relativ glaubwürdig vertreten. Insbesondere dienen die Themen dazu, sich positiv von der FDP abzugrenzen, welche mit zwei Männern im Bundesrat vertreten ist und sich mit der Energiewende bis heute schwer tut. Auf der Negativseite könnte man eine mangelnde Abgrenzung gegen links ins Feld führen. In einem Wahlkampf geht es immer darum, Unterschiede aufzuzeigen. Die Wählerinnen und Wähler gehen ja nur dann wählen, wenn Sie einen Unterschied zwischen Partei A, B und C sehen. So gesehen sind auch die meisten SPler und Grüne für den bilateralen Weg und insbesondere auch für die Energiewende und für Frauenpower.

Grundsätzlich finde ich die Strategie eines Themenwahlkampfes aber richtig. All die Plakate und Inserate mit lächelnden Kandidaten und inhaltsleeren Sprüchen, welche wir normalerweise sehen, erachte ich in der Tat als Geldverschwendung. Man soll die Wählerinnen und Wähler nicht unterschätzen. Die Minderheit, welche wählen geht, tut dies durchaus, um ein inhaltlich-politisches Statement abzugeben oder um eine Angst, Frustration oder Weltanschauung auszudrücken. Es geht wie gesagt in einem Wahlkampf darum, Unterschiede zur Konkurrenz aufzuzeigen. Deshalb sage ich auch meinen Kunden immer: Mut zur politischen Aussage.