SVP Thurgau verliert bei kantonalen Wahlen 10 Sitze

Die SVP Thurgau verliert bei den kantonalen Wahlen 10 Sitze. Das Resultat ist für Schweizer Verhältnisse ein Erdrutsch, der aber nicht vom Himmel fällt.

Der Präsident der SVP Thurgau gibt in ersten Gesprächen mit Journalisten das neue Wahlkreis-System als Grund an. Es ist eine Ausrede, aber nicht die schlechteste. Neu wird das Parlament im Kanton Thurgau nicht mehr in 8 sondern in 5 Wahlkreisen gewählt. Grössere Wahlkreise helfen immer den kleinen Parteien und schaden den Platzhirschen.

Es darf aber auch nicht vergessen werden, dass sich die SVP Thurgau auf extrem hohem Niveau verteidigen musste. Die letzten kantonalen Wahlen fanden im Frühling 2008 stark unter dem Einfluss der Abwahl von Christoph Blocher aus dem Bundesrat statt. Die Basis der SVP war damals bei den kantonalen Wahlen in den Hochburgen Thurgau, St. Gallen und Schwyz extrem mobilisiert. Schon unter normalen Umständen wäre es für die SVP Thurgau schwierig gewesen, das Resultat von damals zu verteidigen.

Dieses Mal kommt hinzu, dass sich die Partei seit der Wahlschlappe bei den Nationalratswahlen in einem Tief befindet. Die Affäre Hildebrandt, beziehungsweise die Rolle welche Hermann Lei darin spielte, hat den Negativtrend wahrscheinlich noch zusätzlich verstärkt.

Aber auch hier darf ähnlich wie bei den nationalen Wahlen nicht vergessen werden, dass die SVP im Kanton Thurgau nach wie vor mit Abstand die stärkste Kraft bleibt. Sie hält nach wie vor mehr Sitze als CVP und FDP zusammen.