Analyse und Interpretation Wahlbarometer SRG SSR

Politiker behaupten häufig, sie gäben nicht viel auf Umfragen. Das Gegenteil ist die Wahrheit: Politiker stürzen sich auf Umfragen wie der Junkie auf das Heroin. Ähnlich ist es auch bei Journalisten. Gestern wurde das neue Wahlbarometer von SRG SSR publiziert, welches vom Meinungsforschungsinstitut gfs.bern durchgeführt wurde. Bereits vor Ablauf der Sperrfrist rief mich ein Journalist von Radio 24 an, um mich für einen Beitrag zu interviewen.

Nun haben Umfragen immer eine Fehlerquote. Nicht selten werden in den Medien Details einer Umfrage diskutiert, welche längstens innerhalb dieser Fehlerquote sind. Was ist nun also die Hauptaussage dieser Umfrage?

Während der letzten Wochen wurde in diversen Kantonen wie beispielsweise Zürich, Luzern, Tessin und Basel-Land sowie in den westschweizer Städten Lausanne und Genf gewählt. Die Umfrage scheint im Wesentlichen diese letzten Testläufe vor den nationalen Wahlen zu bestätigen. Grünliberale und BDP sind die Gewinner. Die SVP kann leicht zulegen, während dem FDP und CVP im beinahe dramatischen Formtief sind.

Das Umweltthema ist nun auf dem Sorgenbarometer an erste Stelle gerutscht. Dies bestätigt die Forschung der Medienwissenschaft. Medien beeinflussen nicht unbedingt, was die Leute denken. Medien beeinflussen aber sehr wohl, worüber die Menschen nachdenken. Es wird sich zeigen, ob sich das Umweltthema an so prominenter Stelle auf dem Sorgenbarometer wird halten können. Für mich sind verschiedene Szenarien denkbar. Das Leck in Fukushima wird bald gestopft, die Nervosität legt sich und das Migrationsthema gewinnt wieder an Bedeutung. Es kann aber auch sein, dass das Unglück von Japan weiter für Schlagzeilen sorgt und es zusätzlich noch zu einem Hitzesommer kommt. In diesem Fall wird das Umweltthema die Spitzenposition im Sorgenbarometer der Bevölkerung halten können.

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